plakat as Adelberts-Lied ist ein typisch deutsches Rittermärchen: ein junger, übermütiger Held, eine entführte Prinzessin, ein magisches Schwert, ein wahnsinniger Raubritter, ein Riese, ein Zwerg und ein Fürstentum als Preis für die Befreiung. Als launige Zusammenfassung mittelalterlicher Erzähltradition und der Figurenstereotypen eines Hartmann von Aue oder Walter von der Vogelweide erdacht, erweist sich die Geschichte in ihrer Moral und ihrem Inhalt als kulturell überaus ambivalent.

So wird in "Adalbert-no-uta" auf der Bildebene die Abenteuer eines jungen Schwertschülers (Shugyôsha) erzählt, welcher sich aufmacht, um die entführte Tochter des Daimyos aus den Klauen eines berüchtigten Ronin zu befreien. Kommentiert wird die Geschichte mit den Texten des Adelbertliedes. Die Übereinstimmung zwischen Bild und ton zeugt von der Universalität der Erzählung, deren Divergenz von kultureller Eigenheit und Selbstwahrnehmung.

 

"Adalbert-no-uta" setzt diese Tradition des innerkulturellen Dialoges fort. In einer zeit der Assimilation kulturspezifischer Elemente (Sushi, Tamagotshi, Manga etc.) zeigt der Film die europäische Wahrnehmung japanisch medialer Selbstdarstellung.

 

"Adalbert-no-uta" ist ein Film für alle, die sich dem Thema Japan unterhaltsam nähern wollen, und für alle Japaner, welche einmal mit fremden Augen einen Samuraifilm sehen wollen. Gedreht wurde ausschließlich im Raum Hamburg und die Stadt zeigt sich in diesem Film von ihrer unbekannten japanischen Seite.

 

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